Die Allzweckwaffe der Zukunft

"Im Erbgut des Organismus fanden wir zahlreiche Abschnitte, die bei Grippeerregern nicht vorkommen. Wir gehen davon aus, dass es sich um einen gentechnisch modifizierten Organismus – kurz GMO – handelt. Deutlicher gesagt: um eine Biowaffe."

Das tödliche Virus, dem der US-Außenminister zum Opfer fällt, steht am Beginn einer Kette sich überschlagender Ereignisse. Die Suche nach den Schöpfern des gefährlichen Keims wird zum Wettlauf gegen die Zeit.

"Wer ist Ihrer Ansicht nach in der Lage, so einen Organismus herzustellen?", fragte die Präsidentin. "Ich kenne niemanden" antwortete Richard Allen. "Nicht einmal annährungsweise."

Das getunte Killervirus bleibt nicht das einzige Problem. In verschiedenen Regionen der Erde sprießen plötzlich genetisch optimierte Nutzpflanzen, die resistent gegen Dürre und Schädlingsbefall sind.

"Keine Raupen, nirgends. Im Umkreis von etwa vier Kilometern leidet kein einziger Maisbauer unter den Schädlingen.  "Und", erklärte Andwele mit einer Geste auf einen Kolben, "die Früchte sind viel größer als sonst."

Ein Agrarkonzern, der um sein Geschäft mit Saatgut und Insektiziden bangt, sucht fieberhaft nach den Züchtern der Wunderpflanzen. Steckt die hochbegabte MIT-Studentin dahinter, die spurlos verschwunden ist? Und welche Rolle spielt CRISPR/Cas bei all dem - die neue Allzweckwaffe der Genforscher, die seit 2012 Furore macht?

"Soweit ich weiß, kann man dank CRISPR/Cas präzise gentechnische Veränderungen an jeder Stelle der DNA durchführen. Als würde man ein Band mit einer Schere durchschneiden, genau dort, wo man es will."

Gezielte Erbgutveränderungen, die sich lawinenartig verbreiten und ganze Populationen von Pflanzen, Tieren und Menschen für immer verändern: Eine Technologie namens "Gene Drive", an der intensiv geforscht wird, könnte das künftig möglich machen. Aber ist diese Vision mancher Bioforscher wirklich erstrebenswert? Oder öffnen sie damit die Büchse der Pandora?

"Helix" ist ein Pageturner, der dem Leser eindringlich vor Augen führt, was auf dem Spiel steht: Es geht um die Zukunft der Menschheit. Und um die Frage, in welcher Gesellschaft wir künftig leben wollen. Dass Marc Elsberg die Bedeutung der Gene im Dienste der Dramaturgie konsequent übertreibt, sei ihm verziehen. Denn er liefert packende Unterhaltung mit direktem Bezug zu einem brandheißen Forschungsthema, das reichlich Stoff für kontroverse Debatten bietet.